- Einleitung - Lass uns kurz zurückspulen
- Warum Deine Über-mich-Seite wichtiger ist, als Dir lieb ist
- Was wirklich auf Deine Über-mich-Seite gehört
- Wer Du bist - jenseits Deiner Jobbeschreibung
- Wie Du arbeitest - der Blick hinter die Kulissen
- Für wen Du da bist und warum genau für diese Menschen
- Beweise statt Behauptungen - kleine Geschichten statt großer Claims
- Psychologie dahinter: Wie Vertrauen im Kopf entsteht
- Typische Fallen bei Über-mich-Seiten und wie Du sie charmant umgehst
- Mini-Leitfaden: In 5 Schritten zu einer menschlichen Über-mich-Seite
- Deine Über-mich-Seite in einer Welt voller KI-Baukästen
- Und jetzt Du – mach Deine Über-mich-Seite wirklich zu Deiner
Lass uns kurz zurückspulen
Wenn Du meine letzten Blogartikel gelesen hast, kennst Du das schon: Deine Website ist kein hübsches Bild an der Wand, sie ist ein System, das für Dich arbeiten darf. Erst Struktur und Klarheit im Inneren, dann das glänzende Design obendrauf.
Wir haben uns angeschaut, was eine Website wirklich ist und warum eine tragfähige Struktur Dir langfristig mehr bringt als der nächste Design-Trend. Und heute landen wir an einem Ort, der bei vielen ganz unschuldig auf der To-do-Liste steht: die Über-mich-Seite.
Vielleicht kommt Dir das bekannt vor: Startseite? Klar, die muss sitzen. Angebotsseite? Logisch, da kommt das Geld rein. Kontakt? Pflichtprogramm und die Über-mich-Seite? „Mach ich, wenn ich Zeit habe.“ Ein Jahr später liest Du Deinen eigenen Text und denkst: „Wer ist diese Person und warum klingt die wie ein Bewerbungsformular?“
Genau da steigen wir ein: Wir bauen eine Über-mich-Seite, auf der Du Dich wiedererkennst und auf der Menschen landen, tief durchatmen und denken: „Okay. Hier sitzt ein echter Mensch. Mit der Person kann ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen.“
Warum Deine Über-mich-Seite wichtiger ist, als Dir lieb ist
Stell Dir vor, Deine Website ist eine kleine eigene Welt. Die Startseite ist der Eingang, Dein Angebot ist der Marktplatz, Dein Blog ist der Ort, an dem Du laut denken darfst und Deine Über-mich-Seite? Das ist die Küche.
Die Küche ist der Raum, in dem sich Menschen hinsetzen, Schuhe aus, Getränk in der Hand, und sagen: „Erzähl mal. Wer bist Du eigentlich?“ Genau dieses Gefühl suchen viele, wenn sie auf „Über mich“ klicken. Sie wollen mehr als Jobtitel und Buzzwords. Sie wollen ein Gespür dafür bekommen, mit wem sie es zu tun haben.
Im Hintergrund laufen dann ziemlich schnelle Checks ab:
- Fühlt sich diese Person stimmig an?
- Verstehe ich, wofür sie steht?
- Kann ich mir vorstellen, mit ihr zu sprechen auch über die Teile, die mir gerade schwerfallen?
Deine Über-mich-Seite ist der Ort, an dem diese Fragen leise beantwortet werden. Sie kann sich lesen wie ein weiterer Marketing-Text – oder wie ein ruhiges Gespräch mit Dir an einem Küchentisch und in diesem Gespräch entscheidet sich, ob sich jemand innerlich zu Dir hin bewegt.
Was wirklich auf Deine Über-mich-Seite gehört
Kein starres Template, kein „Du musst das so machen“. Stattdessen ein Gerüst, das Du mit Deinen eigenen Geschichten füllen kannst. Denk weniger an „perfekte Positionierung“, mehr an „ehrliches Gespräch mit einem Menschen, der gerade überlegt, ob Ihr zueinander passt“.
Wer Du bist, jenseits Deiner Jobbeschreibung
Ja, natürlich darf irgendwo stehen, was Du beruflich machst: „Brand- und Webdesignerin“, „Coach“, „Fotograf:in“, „Berater:in“. Das ist die Überschrift. Aber Menschen bleiben selten wegen eines Titels. Sie bleiben, weil sie etwas von Dir spüren.
Stell Dir vor, eine gute Freundin stellt Dich jemanden vor. Was sagt sie über Dich, bevor sie Deinen Job erwähnt? Dass Du immer die bist, die Struktur in das kreative Chaos bringt? Dass Du lachen kannst, wenn Pläne sich mal wieder anders entwickeln? Dass Du einen Blick für das Unter-der-Oberfläche hast?
Genau diese Facetten dürfen in Deinen Text. Du kannst Sätze nutzen wie:
- „Ich bin die, die mitten im Gespräch plötzlich stehen bleibt, weil ihr gerade eine bessere Struktur für Deine Website eingefallen ist.“
- „Im Alltag erwische ich mich oft dabei, wie ich fremde Websites anschaue und denke: ‚Da steckt so viel mehr drin, wenn wir einmal ordentlich aufräumen.‘“
Du musst nicht alles über Dein Leben erzählen. Es reicht, wenn ein paar echte Kacheln aus Deinem Mosaik sichtbar werden. Gerade so viel, dass jemand am anderen Ende des Bildschirms sagen kann: „Diese Person ist nicht nur ihr Titel. Da ist ein Mensch.“
Wie Du arbeitest - der Blick hinter die Kulissen
Wenn jemand überlegt, mit Dir zu arbeiten, stellt sich im Hintergrund eine Frage: „Wie fühlt sich das an?“ Nicht: „Welche Methode genau wird eingesetzt?“, sondern: „Wie ist die gemeinsame Reise?“ Du kannst Deinen Prozess so beschreiben, als würdest Du ihn einer Freundin erklären:
- „Am Anfang schütten wir alles aus: Ideen, Zettel, Voice-Memos, halbfertige Seiten. Wir schaffen einmal Luft und sortieren dann in Ruhe, was Deine Website wirklich zeigen soll.“
- „Mir ist wichtig, dass Deine Website nicht wie ein zweiter Vollzeitjob wirkt. Wir bauen ein System, das Dich trägt, statt Dich auszupressen.“
So bekommt Dein Gegenüber ein Gefühl dafür, wie Du bist, wenn Ihr zusammen arbeitet: bist Du eher ruhig und strukturierend, bist Du die, die nachbohrt, bist Du die, die immer wieder zurück zur Klarheit führt? Diese Einblicke sind oft wichtiger als jede Tool-Liste.
Für wen Du da bist und warum genau für diese Menschen
Eine gute Über-mich-Seite erzählt nie nur „über mich“. Sie erzählt auch immer „über Dich, liebe Besucherin, lieber Besucher“. Statt „Ich arbeite mit Selbstständigen und Unternehmen“ kannst Du zum Beispiel sagen:
„Am liebsten sitze ich mit Menschen zusammen, die sagen: ‚In meinem Kopf ist alles klar aber meine Website schafft es nicht, das zu zeigen.‘ Genau da setze ich an.“
Du darfst auch ehrlich sein, wen Du weniger gut abholen kannst ohne jemanden abzuwerten, einfach klar:
„Wenn Du nur schnell ein hübsches Template befüllen möchtest, bin ich vermutlich nicht die richtige Partnerin. Ich arbeite am liebsten mit Dir, wenn Du bereit bist, Deine Marke und Deine Website von innen zu betrachten.“
So erkennen sich die richtigen Menschen wieder und die falschen merken freundlich: „Wir passen nicht.“ Das ist auch eine Form von Klarheit und Respekt.
Beweise statt Behauptungen - kleine Geschichten statt großer Claims
Es ist leicht, zu schreiben: „Ich arbeite strukturiert, empathisch und professionell.“ Das Problem ist: Diese Worte sind so glatt, dass unser Kopf sich kaum ein Bild machen kann.
Stattdessen kannst Du kleine Szenen erzählen:
- Eine Kundin, die am Ende sagt: „Zum ersten Mal habe ich mich auf meiner eigenen Website wiedererkannt.“
- Ein Projekt, in dem Ihr mitten im Prozess alles einmal umdreht, weil klar wird: Das Angebot darf sich erst verändern, bevor die Website Sinn ergibt.
Solche Mini-Geschichten wirken wie Beweise. Du musst nichts dramatisieren. Du zeigst nur: „So sieht es aus, wenn ich arbeite. So fühlt sich das an.“ Und genau das bleibt im Gedächtnis.
Psychologie dahinter: Wie Vertrauen im Kopf entsteht
Ein kurzer Blick in die Psychologie, ohne Fachbegriffe-Dusche: Wenn Menschen Deine Website besuchen, schätzt ihr Gehirn blitzschnell ein, ob es sich bei Dir „richtig“ anfühlt. Es entstehen Eindrücke wie: sicher, stimmig, klar oder eben diffus, austauschbar, anstrengend.
Forschung zu Online-Vertrauen zeigt, dass wir uns stärker verbunden fühlen, wenn wir eine Person als „anwesend“ erleben: Wir sehen ein Gesicht, lesen eine persönliche Sprache, bekommen Einblick in Haltung und Werte nicht nur in Leistungen.
Auf Deine Über-mich-Seite übertragen heißt das:
- Ein echtes Bild von Dir wirkt anders als ein austauschbares Stockfoto.
- Eine klare, persönliche Sprache, in der auch mal ein humorvoller Satz auftaucht, bleibt eher hängen als glattgebügeltes Marketing-Deutsch.
- Konkrete Situationen und Beispiele helfen Deinem Gegenüber, Dich innerlich „abzuspeichern“: als Person, die greifbar ist.
Du kannst Dir beim Schreiben immer wieder drei Fragen stellen:
- Würde ich diesen Satz so auch in einem echten Gespräch sagen?
- Transportiert dieser Absatz etwas von mir oder könnte ihn jede x-beliebige Person in meiner Branche benutzen?
- Welche Haltung wird hier sichtbar: Was ist mir wichtig, wofür stehe ich?
Jede Stelle, an der Du Dich menschlich zeigst, zahlt ein auf das Vertrauen, das jemand Dir gegenüber aufbauen kann.
Typische Fallen bei Über-mich-Seiten und wie Du sie charmant umgehst
Es gibt ein paar Klassiker, in denen sich viele wiederfinden. Vielleicht erkennst Du Dich in einem davon:
Lebenslauf statt Geschichte
Wenn Deine Über-mich-Seite sich liest wie eine Liste aller Stationen seit der Schulzeit, fehlt oft der rote Faden. Spannend ist nicht alles, was passiert ist, sondern das, was Dich zu dem Menschen gemacht hat, mit dem Deine Kund:innen heute arbeiten.
Hochglanz statt Mensch
Wenn alles nur perfekt, erfolgreich und „always on point“ wirkt, entsteht schnell Distanz. Ein Satz wie „Auf dem Weg dorthin gab es Momente, in denen ich am liebsten alles in die Ecke geworfen hätte“ kann Dich näherbar machen als jede Superheld:innen-Erzählung.
Methode statt Persönlichkeit
Wenn Du nur über Deine Methode, Deine Tools, Deine Schritte sprichst, fehlt etwas Entscheidendes: Du als Mensch. Menschen buchen am Ende Dich nicht Dein Lieblings-Tool. Sie wollen wissen: Wie denkst Du? Wie schaust Du auf Dinge? Wie gehst Du mit Herausforderungen um?
Du musst nicht alles neu schreiben. Manchmal reicht es, an einer einzigen Stelle den Vorhang ein Stück zu öffnen: eine Mini-Szene, ein ehrlicher Satz, ein kleiner Schmunzel-Moment.
Mini-Leitfaden: In 5 Schritten zu einer menschlichen Über-mich-Seite
Wenn Du Lust hast, gleich loszulegen, probiere diese Schritte aus:
- Schreib Dir auf, mit welchen Menschen Du am liebsten arbeitest. Welche Sätze sagen sie, wenn sie bei Dir landen? Mit welchen Themen kommen sie?
- Sammle drei Momente aus Deinem Business, auf die Du stolz bist und einen Moment, der holprig war, aus dem Du viel gelernt hast.
- Formuliere in wenigen Sätzen, wie eine Zusammenarbeit mit Dir typischerweise abläuft. So, als würdest Du es einem neuen Kontakt am Telefon erklären.
- Such Dir ein bis zwei Rückmeldungen von Kund:innen heraus, in denen Du Dich selbst wiedererkennst. Baue diese Stimmen auf Deiner Über-mich-Seite ein gern mit einem kurzen Kontext.
- Schreib Deinen Entwurf so, als würdest Du mit einer Person an Deinem Küchentisch sitzen. Wenn Du beim Lesen denkst: „Ja, das bin wirklich ich“ dann bist Du auf einem guten Weg.
Deine Über-mich-Seite in einer Welt voller KI-Baukästen
Es wird noch einfacher werden, sich schnell „irgendwas mit Website“ zusammenzuklicken. Baukasten hier, KI-Textgenerator da, drei Prompts später steht eine Über-mich-Seite, die okay aussieht und ungefähr das sagt, was alle sagen.
Das kann für manche Situationen völlig reichen. Wenn Du aber mit Deiner Website echte Menschen erreichen, Vertrauen aufbauen und langfristig Kund:innen gewinnen möchtest, reicht „okay“ meistens nicht. Dann braucht es Dich als Hauptpilotin oder Hauptpiloten und KI ist höchstens Dein Co-Pilot.
Tools können Dir helfen, schneller Entwürfe zu machen, Ideen zu sortieren oder Formulierungen vorzuschlagen. Sie können aber nicht für Dich entscheiden, wofür Du stehen willst, welche Geschichte Dich geprägt hat oder welches Detail über Dich jemanden auf der anderen Seite des Bildschirms zum Lächeln bringt.
Viele Standard-Prompts wie „Mach den Text menschlicher“ oder „Schreib das emotionaler“ schieben nur ein paar Adjektive hin und her. Sie wissen nichts über Deine echten Situationen, Deine Berliner „Icke“-Momente, Deine Art zu lachen oder wie Du sprichst, wenn Du wirklich in Deinem Element bist.
Genau deshalb bleibt Deine Über-mich-Seite ein Ort, an dem Du bewusst selbst das Steuer in der Hand behalten solltest. Nutze KI gern als Unterstützung: für erste Rohfassungen, für Struktur, für neue Blickwinkel. Aber das Feintuning, die Auswahl der Geschichten und der Moment, in dem Du sagst „Ja, das bin wirklich ich“ – das kann Dir keine Software abnehmen.
Stell Dir ruhig beim Überarbeiten die Frage:
„Wenn jemand nur diese Seite liest würde sie oder er danach sagen: ‚Das klingt nach einem echten Menschen, mit dem ich reden will‘ oder eher: ‚Könnte jede Person in dieser Branche geschrieben haben‘?“
Wenn Du an dieser Stelle bewusst entscheidest, Deine eigene Stimme lauter zu drehen als jede KI, baust Du eine Über-mich-Seite, die auch in einer Welt voller generischer Websites auffällt, weil sie etwas zeigt, das keine Maschine nachbauen kann: Dich.
Und jetzt Du mach Deine Über-mich-Seite wirklich zu Deiner
Wenn Du bis hierher gelesen hast, weißt Du: Eine Über-mich-Seite ist viel mehr als Text-Deko. Sie ist der Raum auf Deiner Website, in dem Du Dich zeigen darfst mit Deiner Haltung, Deiner Geschichte, Deiner Art zu denken.
Vielleicht kribbelt es schon in den Fingern und Du hast Lust, Deinen jetzigen Text einmal mit neuen Augen zu lesen. Frag Dich dabei:
- Erkennen Menschen mich hier wieder oder lese ich mich wie „irgendeine Person in meiner Branche“?
- Spürt man, wie ich arbeite und wofür ich losgehe?
- Würde ich selbst bei dieser Person einen Termin anfragen wollen?
Wenn Du merkst: „Ich will, dass meine Über-mich-Seite wirklich nach mir klingt aber ich hätte gern jemanden an meiner Seite, der mit mir mitdenkt, sortiert und übersetzt“, dann lass uns genau da ansetzen.
Du kannst Dir direkt einen Termin für ein Kennenlerngespräch buchen oder mir eine E-Mail schreiben an hallo@diekreativtuner.de.
Erzähl mir kurz, wer Du bist, was Deine Website gerade für Dich tut und was Du Dir von Deiner Über-mich-Seite wünschst. Den Rest schauen wir uns gemeinsam an.



